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Studiogespräch mit Jörg Rocholl, Teil 2
Er ist Finanzmarktexperte und Professor an der ESMT.   DW-TV: Jörg Rocholl ist bei uns, Finanzexperte von der European School of Management and Technology. Herr Rocholl, schauen wir doch mal auf den Eurokurs. Zwischen 2002 und Januar 2010. 2002 haben wir losgelegt mit knapp 91 Cent für den Dollar, zwischendurch waren wir mal 2008 bei auf fast 1,60 Euro für den Dollar. Jetzt sind wir bei 1,35. Der Kurs macht grad wieder den Abgang, sag ich jetzt mal ganz salopp. Wie tief kann denn der Euro noch fallen? Jörg Rocholl: Das ist immer schwer vorherzusagen. Ich denke, wenn ich es vorher sagen könnte, dann würde ich auch mein eigenes Vermögen drauf setzen und darauf wetten. Aber ganz klar ist, dass es natürlich Fluktuationen gegeben hat, die es auch im Übrigen schon weit vor der Einführung des Euro gab. Auch die D-Mark hat gegenüber dem Dollar sehr stark geschwankt. Man muss insbesondere zwei Punkte sehen: der erste Punkt ist der, dass das Staatsdefizit in den USA noch weit höher ist, als im Schnitt der Eurozone, insbesondere sind es Defizitquoten von über 10% in diesem Jahr, die dort zu Buche schlagen. Das zweite ist, dass natürlich auch die Zinssätze in den USA sehr gering waren im letzten Jahr, so dass auch die Investitionen, die Investoren in den USA tätigen konnten, nicht besonders attraktiv waren. DW-TV: Aber wenn wir jetzt von den natürlichen Schwankungen absehen und nur die Krise betrachten, dann muss man schon sagen, es gab sicherlich auch Fehler, die gemacht wurden, wenn es um die Eurozone geht. Jörg Rocholl: Ganz eindeutig. Insbesondere Fehler bei der Aufnahme von Ländern, wie z.B. Griechenland, die jetzt nachgewiesenermaßen Statistiken gefälscht haben und sich in dem Sinne den Zutritt in die Eurozone erschummelt haben. DW-TV: Hätte man das nicht vorher eigentlich wissen können? Jörg Rocholl: Das hätte man wissen können, nur leider ist das Kind in den Brunnen gefallen. Das Entscheidende ist jetzt, wenn...
Video Length: 167
Date Found: February 24, 2010
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